Berlin, 16. Dezember 2015. „Die Einigung auf ein gemeinsames Klimaabkommen ist ein gutes Signal, den Klimaschutz global voranzutreiben“, sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, der das Paris-Abkommen begrüßte. Gleichzeitig aber bleibe Skepsis, ob in den kommenden Jahren eine deutliche Absenkung der Treibhausgasemissionen wirklich erreicht wird. „Es fehlen verbindliche und effektive Ziele. Es wird weiterhin viel Arbeit nötig sein, um die gegensätzlichen Interessen der 196 Staaten auf den gemeinsamen Nenner Klimaschutz einzuschwören.“

Da das Abkommen vorsieht, dass ab Mitte des Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen Ausstoß und Absorption von Treibhausgasen hergestellt werden soll, sieht zu Guttenberg eine große Chance für den Wald, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und für den Rohstoff Holz. „Wenn das Abkommen ernst genommen wird, dann bricht damit das Jahrhundert des Waldes an“, sagte der Präsident. „Holz als unserem wichtigsten Rohstoff kommt eine große Rolle zu: Er muss die klimaschädlichen Rohstoffe Kohle, Öl, Gas, Stahl und Beton ersetzen.“ Das erfordere eine große Kraftanstrengung für alle Akteure und vor allem ein objektives, wissenschaftsbasiertes Herangehen.

Er bedankte sich bei Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der sich –  auch im Rahmen der Klimaverhandlungen – immer wieder für die nachhaltige Forstwirtschaft stark gemacht hat.

Zu Guttenberg forderte für den Umgang mit dem Wald ganzheitliche Strategien und eine klimabezogene und gesellschaftliche Kostenfolgeabschätzung. „Die Bundesregierung sollte dem ideologischen Wildwuchs klimaschädlicher Waldstilllegungen eine Absage erteilen“, so der Präsident. „Der nachgewiesen größte Hebel zur Eindämmung des Klimawandels liegt in der Substitution energieintensiver und ölbasierter Bau- und Brennstoffe.“ Anstatt auf stillgelegten Flächen das Holz im Wald vermodern zu lassen, müsse dieser nachhaltig produzierte Rohstoff intelligent und effizient eingesetzt werden. Nur die nachhaltige und multifunktionale Bewirtschaftung des Waldes garantiere die Optimierung seiner Klimaschutzfunktionen.

„Wir sehen einem zeitnahen Austausch mit der Bundesregierung mit Spannung entgegen, um konkrete Maßnahmen und Zielsetzungen für das Cluster Forst und Holz im Rahmen des Klimaschutzes zu entwickeln“, sagte zu Guttenberg. Dazu zählen eine Holzbauoffensive, Korrekturen beim Erneuerbaren-Energien-Gesetz, das dem Holz als einem wichtigen Bestandteil der Energiewende die Wettbewerbsfähigkeit genommen hat, sowie ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Forstwirtschaft. Nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland solle man die Chance erkennen, die die nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft mit ihrer Eigentümervielfalt und ihren gut organisierten Strukturen für den Klimaschutz und die Stabilität der Wälder biete.