Weihnachtsbaum für Bundeskanzlerin steht für Geradlinigkeit und tiefe Verwurzelung

Den Ehrenhof des Bundeskanzleramtes schmückt in diesem Winter eine rund 13 Meter hohe Nordmanntanne aus Niedersachsen. Am heutigen Donnerstag, 30. November, hat Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, gemeinsam mit Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen den Weihnachtsbaum an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. „Die Nordmanntanne steht gleichzeitig für Geradlinigkeit, tiefe Verwurzelung und Kontinuität“, sagte zu Guttenberg, „sie hält Stürmen und Unwetter stand, Eigenschaften, die in der derzeitigen politischen Lage von zentraler Bedeutung sind“. Die traditionelle Weihnachtsbaumübergabe durch den Bundesverband der Waldeigentümer hat auch in diesem Jahr wieder wenige Tage vor dem 1. Advent stattgefunden.  

„Mit der Nordmanntanne setzen wir ein Zeichen in Berlin“, sagte Norbert Leben, „dieser Baum steht für unsere Verwurzelung im ländlichen Raum und für unsere lange Tradition einer nachhaltigen und generationenübergreifenden Forstwirtschaft“.

Begleitet wird der Weihnachtsbaum auch in diesem Jahr wieder von einer Schachfigur: Der AGDW-Präsident hat der Bundeskanzlerin einen schwarzen Springer zur Seite gestellt, der „für Flexibilität und Beweglichkeit steht“. Zu Guttenberg: „Wer in der Politik tätig ist, muss über beides verfügen: über Geradlinigkeit und Flexibilität.“

Mit einer Waldfläche von rund 1,2 Millionen Hektar zählt Niedersachsen nach Bayern und Baden-Württemberg zu den waldreichen Bundesländern. Dabei dominiert der Privatwald mit einem Flächenanteil von fast 60 Prozent und gut 707.000 Hektar. „Private Waldeigentümer mit einer Vielzahl von Familienforstbetrieben prägen den ländlichen Raum in Niedersachsen“, sagte der Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, „zum Teil sind sie seit Generationen wirtschaftlich aktiv.“ Mit der Nordmanntanne übergeben die Waldeigentümer den Weihnachtsbaum schlechthin. Diese Baumart ist der meistgenutzte Weihnachtsbaum.

Die Nordmanntanne, die jetzt das Bundeskanzleramt schmückt, stammt vom Hof Oelkers, einem Familienbetrieb in Niedersachsen, der in dritter Generation bewirtschaftet wird. Der Hof Oelkers, der zuvor ein rein landwirtschaftlicher Betrieb war, hat sich auf Weihnachtsbäume spezialisiert, seit 50 Jahren werden dort Weihnachtsbäume produziert. Etwa 30 bis 40 Prozent der Bäume werden exportiert in die Niederlande, nach Großbritannien, Frankreich, Irland und Polen, aber auch nach Ägypten, Kenia und Dubai.

„Der Eigentümer Bernd Oelkers ist ein hervorragender Repräsentant der Waldeigentümer und der nachhaltigen Familienforstwirtschaft“, sagte AGDW-Präsident zu Guttenberg. Als Waldeigentümer verfügt Bernd Oelkers über eine Fläche von rund 50 Hektar, er ist Mitglied in zwei Forstbetriebsgemeinschaften und im Waldbesitzerverband Niedersachsen. Sein Familienbetrieb steht für die nachhaltige Waldbewirtschaftung: Sein Wald ist PEFC-zertifiziert. Als Zertifizierungssystem ist PEFC ist ein Art Wald-TÜV, das die nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellt.

Bildquelle: Photothek/Michael Gottschalk

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Die Nordmanntanne

  • Benannt wurde sie nach Alexander Davidowitsch von Nordmann (1803–1866), einem finnischen Zoologen, Botaniker und Paläontologen. Er unterrichtete in Odessa,  gründete eine Hochschule für Gartenbau und eine Abteilung für Seidenraupenzucht. Von Nordmann untersuchte Flora und Fauna auf dem Balkan und in Südrussland und war Erstbeschreiber zahlreicher Baum- und Pflanzenarten.
  • Die Nordmanntanne ist ein mächtiger, geradstämmiger, immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 40 bis 60 Meter erreichen kann. Aufgrund ihres tiefgreifenden Wurzelsystems wird die Nordmanntanne häufig in Mischwäldern angepflanzt, um diese sturmfester zu machen.
  • Sie ist heute die meistgenutzte Baumart als Weihnachtsbaum.