Der Klimaschutz stand Ende des vergangenen Jahres auf der Tagesordnung. Vom 30. November bis 11. Dezember trafen sich die Vertreter von rund 200 Staaten auf der UN-Weltklimakonferenz (United Nations Framework Convention on Climate Change) in Paris, um ein Kyoto-Nachfolge-Protokoll zu verhandeln und sich auf verbindliche Treibhausgasemissionen zu verpflichten. Am Ende stand ein Abkommen, bei dem sich die rund 200 teilnehmenden Staaten auf die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C geeinigt haben.

Europa und Deutschland hatten eine deutliche Vorreiterrolle inne: Die Europäische Union will eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 erreichen. Und Deutschland will das 40-Prozent-Ziel sogar bis 2020 schaffen. Diese ehrgeizigen Ziele sind notwendig, um andere Industriestaaten mitzuziehen. Signale kamen aber auch aus Ländern, die bislang in Punkto Klimaschutz eher zurückhaltend waren. Die USA hatten sich vor kurzem erstmals verbindliche Ziele auferlegt. Sie wollen eine Reduktion um knapp ein Drittel bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 schaffen. Und China hat zugesagt, dass die CO₂-Emissionen maximal bis 2030 steigen und danach sinken sollen.

Das Jahrhundert des Waldes bricht an

Aus Sicht von AGDW-Präsident Philipp Freiherr zu Guttenberg ist diese Einigung auf ein gemeinsames Klimaabkommen ein gutes Signal, den Klimaschutz global voranzutreiben. Gleichzeitig aber bleibe Skepsis, ob in den kommenden Jahren eine deutliche Absenkung der Treibhausgasemissionen wirklich erreicht wird. „Es fehlen verbindliche und effektive Ziele. Es wird weiterhin viel Arbeit nötig sein, um die gegensätzlichen Interessen der 196 Staaten auf den gemeinsamen Nenner Klimaschutz einzuschwören.“

Da das Abkommen vorsieht, dass ab Mitte des Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen Ausstoß und Absorption von Treibhausgasen hergestellt werden soll, sieht zu Guttenberg eine große Chance für den Wald, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und für den Rohstoff Holz. „Wenn das Abkommen ernst genommen wird, dann bricht damit das Jahrhundert des Waldes an“, sagte der Präsident. „Holz als unserem wichtigsten Rohstoff kommt eine große Rolle zu: Er muss die klimaschädlichen Rohstoffe Kohle, Öl, Gas, Stahl und Beton ersetzen.“ Das erfordere eine große Kraftanstrengung für alle Akteure und vor allem ein objektives, wissenschaftsbasiertes Herangehen. (Mehr dazu finden Sie hier.)

Allen Anzeichen nach steuert die Bundesrepublik Deutschland auf ein zukünftiges Klima zu, das laut Szenario RCP 8,5 des zwischenstaatlichen Panels für Klimawandel (IPCC) von einer um 3°C erhöhten Jahresmitteltemperatur bis zum Jahr 2100 geprägt ist. Dabei werden sich die Sommertemperaturen um durchschnittlich etwa 2°C, die Temperaturen im Frühjahr und Winter um etwa 3,5°C erhöhen. Hinzu kommt eine Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter. Die Anzahl heißer Tage wird zunehmen, die Anzahl der Frosttage dafür deutlich zurückgehen.

Der Klimawandel wirkt sich auf den Wald aus

Die Erderwärmung wird seine Spuren im Wald hinterlassen, die Auswirkungen sind in Deutschland bereits sichtbar und spürbar. Die Verbreitung von Schädlingen wie dem Eichenprozessionsspinner nimmt zu. In vielen Regionen Deutschlands leiden Bäume in besonders heißen Sommern wie im Jahr 2015 unter der enormen Trockenheit. Dies betrifft vor allem die Fichte, aber in einigen Regionen werden auch die Wald-Kiefer und die Rotbuche an ihre Grenzen kommen. Darauf müssen sich Waldbesitzer und Forstwirtschaft einstellen. In den kommenden Jahrzehnten wird es die Aufgabe vieler Waldbesitzer sein, den Wald mit seinen ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen zu erhalten, um auch in Zukunft eine nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft gewährleisten zu können. Baumarten, die mit der Trockenheit und anderen Auswirkungen des Klimawandels besser zurecht kommen – Douglasie, Küsten¬tanne und Schwarzkiefer – werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

Beratung für Waldbesitzer über das Waldklimafonds-Projekt KoNeKKTiW

Um die Waldbesitzer, Geschäftsführer eines forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses oder Forststudenten auf diese Aufgabe vorzubereiten, hat das Waldklimafonds-Projekt „Kompetenz-Netzwerk Klimawandel, Krisenmanagement und Transformation in Waldökosystemen“ (KoNeKKTiW) kostenlose Schulungen, Vorträge und Workshops erarbeitet, die die unterschiedlichen Aspekte dieser Problematik aufzeigen sowie Handlungs- und Lösungsansätze bieten. Die Themenpalette reicht von Informationen zum Klimawandel über die Chancen und Risiken unterschiedlicher Baumarten sowie Waldschutz und Risikomanagement im Klimawandel bis hin zu der Frage, warum ein Umdenken im täglichen Handeln eigentlich so schwierig ist. Die Inhalte werden von den Netzwerkpartnern – allesamt Forstpraktiker – auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis überprüft.