Rund die Hälfte des Waldes in Deutschland wird von privaten Eigentümern bewirtschaftet: Von den insgesamt 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 48 Prozent Privatwald. 29 Prozent des Waldes sind Eigentum der Länder, 19 Prozent in der Hand von Körperschaften und 4 Prozent gehören dem Bund.

Besitzstruktur des deutschen Waldes

Hinsichtlich der Besitzstruktur bestehen erhebliche regionale Unterschiede. Der Anteil des Privatwaldes reicht von 24 Prozent in Hessen bis 67 Prozent in Nordrhein-Westfalen und überwiegt häufig in den dünn besiedelten ländlichen Regionen. Der Staatswaldanteil liegt zwischen 17 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 50 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Den größten Teil des heutigen Staatswaldes bilden ehemals landesherrliche Wälder sowie säkularisierter Klosterbesitz. Der Körperschaftswald wiederum hat in Rheinland-Pfalz einen Anteil von 46 Prozent, in Brandenburg liegt er bei rund 7 Prozent, in Niedersachen und Sachsen-Anhalt bei gut 9 Prozent. In dicht besiedelten Großstadtregionen ist sein Anteil häufig besonders hoch.

Die Struktur des Privatwaldes in Deutschland ist sehr vielfältig. Überwiegend klein strukturiert und zersplittert: Rund die Hälfte der Privatwaldfläche teilen sich Betriebe mit weniger als 20 Hektar. Nur 13 Prozent des Privatwaldes gehören zu Betrieben mit einer Größe über 1.000 Hektar. Die Eigentumsstrukturen haben sich historisch und regional unterschiedlich entwickelt. Die Klein- und Kleinstwaldflächen in Privatbesitz sind vielfach im Zuge der historischen bäuerlichen Besiedelung oder durch Erbteilung, Teilung der Allmende oder Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen entstanden. Die Zahl der körperschaftlichen und privaten Waldeigentümer in Deutschland liegt bei rund zwei Millionen.
Aufgrund der in der Summe großen Fläche der Klein- und Kleinstprivatwaldeigentümer ist deren forstfachliche Beratung und Betreuung ein wichtiges Feld der Forstpolitik.

Die Eigentümer kleiner Waldflächen sind oftmals wegen räumlicher Distanzen, ihrer urbanen Lebensweise oder ihrer beruflicher Tätigkeiten kaum noch mit Erfordernissen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung vertraut. Zudem sind die finanziellen Erträge aus der Waldbewirtschaftung an den Gesamteinkünften des Eigentümers oftmals vernachlässigbar klein. Neben den Fragen zur Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz sind es u.a. Aspekte der Waldpflege, der Anpassung an den Klimawandel, der Abwehr biotischer Schäden, aber auch des Waldnaturschutzes und der Biodiversität, die mit Blick auf die gesellschaftlichen Leistungen des Waldes in Zukunft eine besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung des Kleinprivatwaldes durch Bund und Länder erfordern.