Den Ehrenhof des Bundeskanzleramtes schmückt in diesem Winter eine 15 Meter hohe Tanne aus Rheinland-Pfalz. Gestern (Mittwoch) – wenige Tage vor dem 1. Advent – hat Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Weihnachtsbaum übergeben. „Angesichts der aktuellen Herausforderungen sorgt eine Tanne vor dem Haus für Bodenhaftung, Geradlinigkeit und Stabilität“, sagte der Präsident während der feierlichen Zeremonie im Ehrenhof. „Dieser Baum soll für eine starke Verwurzelung im demokratischen Wertegerüst und für Standfestigkeit in populistischen Winterstürmen stehen.“

Als einen „fulminanten und wirklich beeindruckenden Baum“ bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die Tanne aus Rheinland-Pfalz. „Diese Ehrenhoftanne ist ein Symbol für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und für die über Generationen reichende Verantwortung der Waldbesitzer“, sagte die Bundeskanzlerin. Neben der Tanne hat zu Guttenberg der Kanzlerin auch in diesem Jahr wieder eine Schachfigur überreicht – einen Läufer, „der als einzige Figur nie seine Farbe wechselt“.

An der Übergabe des Baumes haben außerdem die Spitzen des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz sowie der Stadt Boppard teilgenommen, außerdem das Ehepaar Gröning, das den Baum zur Verfügung gestellt hat. Mit über 42 Prozent Wald zählt Rheinland-Pfalz zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.  „Wir freuen uns sehr darüber, mit einem kommunalen Baum für Weihnachtsstimmung im Kanzleramt sorgen zu können“, sagte Hans-Günter Fischer, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz.

Mit Bodenhaftung und Verwurzelung

Immerhin spiele der kommunale Waldbesitz in seinem Bundesland eine zentrale Rolle, so der Vorsitzende. Rund 46 Prozent des Waldes in Rheinland-Pfalz sind in kommunaler Hand. Auch der Kommunalwald orientiert sich an den Werten und Prinzipien der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Deutschland. Diese leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Stabilität der Wälder. Außerdem wird der ökologische Rohstoff schlechthin – das Holz – produziert und gleichzeitig dafür gesorgt, dass sich die Menschen im Wald erholen können.

„Dieser Bürgerbaum macht deutlich: Die Bürgerinnen und Bürger Boppards haben eine starke Verbundenheit zu Wald und Natur“, sagte Dr. Walter Bersch, Bürgermeister von Boppard. Daher hätten sie sich engagiert in die Suche nach einem geeigneten Baum eingebracht. Am Ende sei die Entscheidung für die Tanne der Familie Gröning gefallen. „Viele unserer Bürgerinnen und Bürger haben den Wald in die Stadt geholt. Sie haben auf ihren Grundstücken Waldbäume angepflanzt und hegen und pflegen diese über viele Jahrzehnte.“

Die Waldeigentümer zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus: Zu ihnen zählen die großen und die vielen kleinen Privatwaldbesitzer, außerdem die Kommunen und Körperschaften. Sie bewirtschaften insgesamt rund 67 Prozent der Waldfläche in Deutschland. „Die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder und das Denken in generationenübergreifenden Zeiträumen bestimmt unser Leben“, sagte zu Guttenberg. „Mit unserer Bodenhaftung und Verwurzelung sorgen wir dafür, dass das Fundament der Demokratie gestärkt wird.“

Für den Hintergrund:

  • Die Tanne aus Boppard ist 15 Metern hoch und rund 40 Jahre alt.
  • Der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz, die Stadt Boppard und das dortige Forstamt haben gemeinsam für Auswahl, Fällung und für den Transport nach Berlin gesorgt.
  • Die AGDW – Die Waldeigentümer übergibt jedes Jahr gemeinsam mit einem der 13 Landesverbände einen Weihnachtsbaum an das Kanzleramt. Im vergangenen Jahr kam der Baum aus Nordrhein-Westfalen.
  • Die AGDW setzt sich für die Interessen der privaten Waldeigentümer sowie der Körperschaften und Kommunen ein. Die Körperschaften (z.B. Kirchen) und Kommunen verfügen über 19 Prozent des Waldes, Bund und Länder über 33 Prozent und die privaten Waldeigentümer über 48 Prozent.

www.waldeigentuemer.de

www.waldbesitzerverband-rlp.de