Waldeigentümerinnen und Unternehmerinnen aus dem Cluster Forst und Holz treffen sich morgen (Freitag) und Samstag beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) in Groß-Umstadt. Dort nehmen sie auf Einladung der Initiative Waldeigentümerinnen der AGDW an Thementagen teil, bei denen ihnen Holzernteverfahren mit praktischer Holzvermessung vorgestellt werden. „Frauen spielen in der Forstwirtschaft eine wichtige Rolle“, sagte Michael Freiherr von der Tann, Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, der die Thementage eröffnen wird. „Mit ihrem Engagement sind sie ein wichtiger Impulsgeber für die nachhaltige Forstwirtschaft und für eine erfolgreiche Holzmobilisierung.“

Ebenfalls eröffnet werden die Thementage von Christiane Underberg, Schirmherrin der Initiative Waldeigentümerinnen. Sie selbst war in den Jahren 2007 und 2008 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung. „Die Schulung und Fortbildung der Waldeigentümerinnen ist mir ein wichtiges Anliegen“, sagte Christiane Underberg. „Nur wer sich mit Waldbau und Holzernte auskennt, kann seinen Wald auch erfolgreich und nachhaltig bewirtschaften.“

Das KWF bietet den Forstfrauen an den beiden Tagen ein vielfältiges und hochqualifiziertes Programm: So werden sie in die manuelle und mechanische Holzernte eingewiesen, sie erhalten Einblicke in ein Navigationssystem für den Wald, ihnen wird eine Software für die forstliche Arbeit vorgestellt und ein Überblick über Dienstleistungen in Holzernte und Holzbringung gegeben. „Die Frauen bekommen hier einen hervorragenden Einblick in die Grundlagen der Holzernte“, sagte Petra Sorgenfrei, Geschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer. „Wir möchten ihnen mit diesem Programm die Möglichkeit bieten, ihre Kompetenzen zu erweitern, um sich stärker in die Bewirtschaftung ihrer Wälder und in die Holzmobilisierung einzubringen.“

Einer Reihe von Unternehmen aus dem Cluster Forst und Holz ermöglicht diese Fortbildung: Mit dabei sind die Vilser GmbH, die NavLog GmbH, die Wahlers Forsttechnik GmbH, die Butterweck Rundholzlogistik GmbH sowie Wald und Holz NRW. Sie alle haben Mitarbeiter geschickt, die den Frauen Einblicke geben in die einzelnen Themenbereiche und praktische Übungen durchführen. „Ein großer Dank geht an das KWF und an die Unternehmen, die den Waldeigentümerinnen ein derart qualifiziertes Programm ermöglichen“, sagte Christiane Underberg. Insbesondere auch an Annegret Wahlers-Dreeke von der Wahlers Forsttechnik GmbH, die an der Vorbereitung maßgeblich beteiligt war.

Rund ein Viertel der Waldbesitzenden in Deutschland sind Frauen. Um die Leistung der Waldeigentümerinnen sichtbarer zu machen und ihre Position als Unternehmerinnen im Cluster Forst und Holz zu stärken, hat die AGDW – Die Waldeigentümer vor etwa einem Jahr die Initiative Waldeigentümerinnen im Stammhaus Underberg im nordrhein-westfälischen Rheinberg gestartet. Zu den Waldeigentümerinnen zählen Frauen, die als Unternehmerin einen Wald selber bewirtschaften, als urbane Erbin zu einem Waldstück gekommen oder als Ehefrauen in die familiären Forstbetriebe eingebunden sind. Eine gezielte Ansprache, spezifische Informationsangebote, Kurse und Workshops, wie sie bereits in verschiedenen Bundesländern angeboten werden, sollen ihnen Rückenwind geben.