Unter dem Motto „Wald natürlich nutzen“ lädt die AGDW – Die Waldeigentümer gemeinsam mit dem Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen am heutigen Donnerstag zum diesjährigen Empfang der Waldeigentümer ins Berliner Palais am Funkturm ein. Über 1000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden werden zu diesem größten Branchentreffen erwartet. „In diesem Jahr wollen wir noch deutlicher machen, dass wir unsere Wälder nutzen müssen“, sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich des diesjährigen Empfangs. „Wir leben Nachhaltigkeit, da wir mit unserem Wald wirtschaftlich und emotional verbunden sind.“ Auch der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen, Dr. Philipp Freiherr Heereman, betonte: „Die Balance zu halten zwischen der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion ist das Kernanliegen unserer nachhaltigen Forstwirtschaft. In diesem Gefüge darf es zu keiner Verschiebung kommen.“

Wie bereits in den Vorjahren bildet der Empfang der Waldeigentümer den Auftakt zur Internationalen Grünen Woche, die vom 20. bis 29. Januar 2017 bereits zum 82. Mal auf dem Messegelände Berlin stattfindet. In diesem Jahr ist Ungarn das Partnerland.

10. Jahrestag Orkan Kyrill: Waldeigentümer müssen sich auf Klimawandel einstellen

Anlässlich des 10. Jahrestages von Orkan Kyrill, der im Jahr 2007 bei vielen Waldbauern einen verheerenden Schaden angerichtet hat, erinnerte zu Guttenberg daran, dass sich die Forstbetriebe auf die Vorboten des Klimawandels einstellen müssten. Dazu zählen Wetterextreme wie Orkane und Stürme, Trockenheit und Hitzeperioden, die der Forstwirtschaft zusetzen und das Ökosystem Wald destabilisieren. „Unsere Wälder sind heute anderen Herausforderungen ausgesetzt als in der Generation unserer Väter oder Großväter“, so der Präsident. „Eine unserer zentralen Herausforderungen ist der Klimawandel.“ Daher müssten Entscheidungen getroffen werden, die auch in 50 und 150 Jahren nachhalten.

Einen Wald nachhaltig zu bewirtschaften heiße, Verantwortung zu haben für seine Stabilität und Zukunftsfähigkeit. „Wald natürlich nutzen ist daher eine klare Absage an alle, die versuchen, das Erfolgsmodell der integrativen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch kurzlebige Wohlfühlmodelle zu ersetzen.“ Zu Guttenberg verwies auf die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen der Waldeigentümer, die sie mir ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung erbringen: dazu zähle der Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung, zu Klimaschutz und Erholung, dazu zähle die Pflege der Wälder und die Bereitstellung des Rohstoffs Holz.

Heeremann: Ohne Waldbewirtschaftung kein Holz, ohne Holz kein nachhaltiges Bauen

Auch Heereman, der über 150.000 Waldeigentümer in Nordrhein-Westfalen vertritt, betonte, dass die Anforderungen der Schutz- und Erholungsseite zunehmend die Nutzungsseite dominieren würden. Dabei trage insbesondere die nachhaltige Forstwirtschaft zum Arten- und Klimaschutz bei, wie auch der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung eindeutig belegt. „Unser Anliegen ist es, dass die Leistungen unserer nachhaltigen Forstwirtschaft mehr in das Bewusstsein von Politikern und Bürgern gelangen.“ Diese müssten in künftigen Diskussionen um Bewirtschaftungsbeschränkungen und -verbote Berücksichtigung finden. „Ohne Waldbewirtschaftung gibt es kein Holz und ohne Holz kein nachhaltiges Bauen“, sagte der Verbandsvorsitzende aus Nordrein-Westfalen.

Zu Guttenberg und Heereman wiesen angesichts der beiden bevorstehenden Wahlen – der Bundestagswahl und der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen – darauf hin, dass die rund zwei Millionen Waldeigentümer in Deutschland eine starke Stimme sind. „Wir werden genau beobachten, welche Partei ihren Schwerpunkt auf den ländlichen Raum legt“, sagte zu Guttenberg. „Dass wir zu den Wahlen mobilisieren können, haben wir in der Vergangenheit bewiesen.“

„Wald natürlich nutzen“ ist auch der Slogan einer Imagekampagne, mit der die AGDW für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder wirbt und Waldeigentümern Kampagnenmaterialien anbietet. An einem eigenen Stand werden Motive, Slogans und Materialien auf dem Empfang präsentiert. Kooperationspartner des Standes ist der Softwarespezialist linkando, der das Management von Informationen professionalisiert.

Zahlen und Fakten:

  • Die Waldwirtschaft:
    • Das Cluster Fort und Holz ist mit einer Wertschöpfung von rund 180 Milliarden Euro im Jahr, mit fast 130.000 Unternehmen und über 1,1 Millionen Beschäftigten ein starker Wirtschaftsfaktor.
    • Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald. Fast die Hälfte (48 Prozent) der 11,4 Millionen Hektar sind Privatwald. Der Anteil des Privatwaldes reicht von 24 Prozent in Hessen bis 67 Prozent in Nordrhein-Westfalen.
    • Der Privatwald in Deutschland ist überwiegend klein strukturiert. Rund die Hälfte der Privatwaldfläche teilen sich Betriebe mit weniger als 20 Hektar. Nur 13 Prozent des Privatwaldes gehören zu Betrieben mit einer Größe über 1.000 Hektar.
  • Der Wald:
    • Deutschland ist mit rund 11,4 Millionen Hektar zu einem Drittel bewaldet. Es wächst mehr Holz nach, als wir nutzen können. So hat Deutschland größere Holzvorräte als Schweden oder Finnland. Rund 90 Milliarden alte und junge Eichen, Fichten, Kiefern, Buchen und seltenere Baumarten prägen den Wald in Deutschland.
    • In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 935.000 Hektar Wald, dies sind rund 27 Prozent der Landesfläche.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.gruenewoche.de

www.waldbauernverband.de