Die Verbandsspitze der AGDW war am gestrigen Mittwoch, 20. Juni 2018, zu einem Verbändegespräch des Clusters Forst und Holz mit Bundesministerin Julia Klöckner eingeladen. Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, und Roland Burger, Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg und Bürgermeister der Stadt Buchen, haben die Anliegen der Waldeigentümer vertreten. Vor dem Hintergrund des Kartellverfahrens standen Forderungen rund um eine direkte Förderung für den Kleinprivatwald auf der Agenda der Verbandsspitze.

„Wir brauchen einen Marshallplan für den Kleinprivatwald, der mit den Folgen der Strukturreform am meisten zu kämpfen hat “, sagte Norbert Leben. Unterstützung bei der Beförsterung wie auch für die Weiterbildung der forstlichen Akteure stehen hier im Vordergrund.

Roland Burger forderte darüber hinaus die Freistellung der Kommunen vom Vergaberecht beim Holzverkauf über die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse nach § 40 BWaldG. „Die kommunalen Waldbesitzer brauchen größere Spielräume beim Holzverkauf, um auf dem Markt nicht das Nachsehen zu haben“, sagte Burger. Dies sei gerade vor dem Hintergrund wachsender Schadereignisse wie Stürme oder Orkane von zunehmender Bedeutung.

Die Forderungen der AGDW beim Verbändegespräch

Kartellverfahren

  • Erweiterung des Förderrahmens durch Anhebung der De-minimis-Regelungen für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
  • Beihilferechtliche Anerkennung der gezielten Förderung der Zusammenschlüsse zur Professionalisierung durch die Europäische Union
  • Übergang von einer indirekten Förderung zu einer direkten Förderung der Beförsterung des Kleinprivatwaldes unter Wahrung des Diskriminierungsverbotes
  • Freistellung von Kommunen vom Vergaberecht beim Holzverkauf über Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse nach § 40 BWaldG
  • „Marshallplan“ für den Kleinprivatwald

Weitere Forderungen 

  • Pflanzenschutz
  1. Beschleunigte Zulassung vor dem Hintergrund des Klimawandels und der steigenden Gefahr von Kalamitäten durch Witterungsextreme
  2. Unbürokratische Zulassung von Bekämpfungsmaßnamen durch Luftfahrzeuge im drohenden Kalamitätsfall
  3. Kalamitätsfall (Nadelverlust über 90 Prozent) mit geringerem Schwellenwert neu definieren
  4. Finanzielle Entschädigung im Falle untersagter Bekämpfungsmaßnahmen
  • Runder Tisch für das Cluster Forst & Holz im BMEL
  • Flächendeckender Ausbau der Fortbildung der Waldbesitzer durch entsprechende Förderprogramme
  • Paneuropäische Waldkonvention neu initiieren

Auf dem Foto: Bundesministerin Julia Klöckner und AGDW -Vizepräsident Norbert Leben. Bildquelle: BMEL