Vom 13. bis 15. November fand in Wernigerode der 16. Bundeskongress für Führungskräfte Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse statt, zu dem Vertreter des Kleinprivatwaldes aus ganz Deutschland zusammenkamen.  120 Teilnehmer trafen sich in der Stadt am Harz, um die katastrophale Lage angesichts der Wetterextreme sowie künftige Herausforderungen zu diskutieren. „Der Wald in Deutschland ist akut bedroht“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, „es ist höchste Zeit, dass dies in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die Stabilität unserer Wälder ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.“

Der Bundeskongress hat eine Resolution verabschiedet, die einen dringenden Appell an die Politik richtet, den Waldbesitzern Hilfen zur Verfügung zu stellen. Diese Resolution wurde dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Michael Stübgen, übergeben.

 „Das Katastrophenjahr 2018 hat mit seinen Wetterextremen schwere Schäden in unseren Wäldern angerichtet“, sagte Josef Ziegler, Vorsitzender des Ausschusses für überbetriebliche Zusammenarbeit der AGDW. „Gerade im Kleinprivatwald brauchen wir eine langfristige Unterstützung, um unsere Wälder gegenüber künftigen Wetterextremen zu stabilisieren und zu erhalten.  Der Wald hat viele ökologische Funktionen, er ist aber auch breit gestreutes Eigentum und häufig Teil der Absicherung im Alter. Die abgestorbenen Wälder hinterlassen eine Vielzahl unterschiedlicher Schäden für die gesamte Gesellschaft.“

Peter Lohner, Referatsleiter „Nationale Waldpolitik, Jagd“ im Bundeslandwirtschaftsministerium, AGDW-Vizepräsident Norbert Leben, Josef Ziegler und DFWR-Präsident Georg Schirmbeck haben auf dem Bundeskongress die aktuelle Krise analysiert und entsprechende Maßnahmen skizziert. Die Folgen des Klimawandels, die Gefahren durch den Schädlingsbefall, die richtigen Maßnahmen für die Unterstützung und Professionalisierung des Kleinprivatwaldes, die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs waren die Kernthemen. Georg Schirmbeck stellte in seiner Rede die Berliner Erklärung vor, die der DFWR auf seiner letzten Jahrestagung verabschiedet und die den Kleinprivatwald im Fokus hatte. 

„Hunderttausende Kleinprivatwaldbesitzer sind jetzt überfordert und fühlen sich mit den Folgen des Klimawandels allein gelassen“, sagte Josef Ziegler, „sie brauchen dringend Unterstützung, damit sie die Wälder für die Gesellschaft sichern können.“

Hier finden Sie die Resolution sowie eine begleitende Pressemitteilung zum Bundeskongress.

Eine Bildergalerie finden Sie hier.

Für den Hintergrund:

  • Der Privatwald in Deutschland ist überwiegend klein strukturiert und zersplittert. Rund die Hälfte der Privatwaldfläche teilen sich über eine Million Familienbetriebe mit weniger als 20 Hektar.
  • Für die Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer sind die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse als eine Art Selbsthilfeeinrichtung von großer Bedeutung, um den spezifischen Nachteilen der zersplitterten Besitzstrukturen besser begegnen zu können.
  • Derzeit gibt es rund 3.500 Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse mit rund 430.000 Mitgliedern, die zusammen gut 3,5 Mio. Hektar Wald besitzen.
  • Die nach Mitgliederzahlen (ca. 371.000) und Waldfläche (ca. 3,3 Mio. Hektar) wichtigste Form der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse ist die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG)