Potsdam. Die rund 1100 Waldeigentümer bei Fichtenwalde, Borkheide und Borkwalde atmen auf. Der brandenburgische Landesbetrieb Forst kann den Pflanzenschutzeinsatz zur Bekämpfung des Nonnen-Schädlings fortsetzen. „Wir sind erleichtert, unsere Wälder können gerettet werden“, sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, Thomas Weber. „Der Einsatz muss jetzt möglichst schnell zu Ende durchgeführt werden, damit sich der Schädling nicht mehr verbreiten kann“.

Er wies noch einmal darauf hin, dass es sich bei diesem Einsatz um eine absolute Notlage handelt. Ein Pflanzenschutzeinsatz sei immer nur das letzte Mittel. Der Landesbetrieb Forst und die Waldeigentümer würden zu einem solchen Mittel nur greifen, wenn die Wälder vom Absterben bedroht sind. Weber: „Die Wälder bei Beelitz dürfen nicht dem Kahlfraß zum Opfer fallen.“

Die Dürre im vergangenen Sommer, die vorangegangenen Stürme und der milde Winter haben die Wälder derart geschwächt, dass sich Schädlinge wie die Nonne rasant vermehren können. Dies ist kein speziell brandenburgisches Problem, sondern betrifft zahlreiche Wälder in ganz Deutschland. Ob Nonne, Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner oder Kiefernbuschhornblattwespe – die Wetterextreme haben zu Schädlingsexplosionen bei Nadel- wie auch Laubbäumen im ganzen Land geführt. „Die Forstwirtschaft ist sehr beunruhigt angesichts dieser Entwicklung in den vergangenen Monaten“, sagte der Vorsitzende.

Thomas Weber betonte, dass er die Sorgen der Anwohner verstehen könne. Daher würde der Landesbetrieb Forst über einen derartigen Einsatz umfassend informieren und deutlich machen, dass das Mittel in kurzer Zeit im Ökosystem Wald nicht mehr nachweisbar sei. „Ein solcher Einsatz ist leichter zu verkraften als der Kahlfraß ganzer Wälder durch einen Schädling“, sagte Weber. Er hatte immer wieder deutlich gemacht, dass die Befallsdichte durch die Raupen so hoch sei, dass die Raupen den Wald 25 Mal kahlfressen könnten. „Unsere Wälder sind Klimaschützer, Erholungsort und Lebensraum für Tiere“, sagte Weber. „Wenn wir sie jetzt nicht vor dem Schädling retten, gibt es keinen Wald mehr, der diese Funktionen erfüllen kann.“