Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ) sind unverzichtbar, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und die damit einhergehenden vielfältigen Leistungen des Waldes für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu sichern. Das wurde einmal mehr beim 25. Bundeskongress Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse (BUKO) am 8. und 9. September in Berlin deutlich. Auf dem zweitägigen Kongress standen politische Fragen auf EU- und nationaler Ebene ebenso wie Marktentwicklungen und Branchentrends auf der Tagesordnung.

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse ermöglichen insbesondere kleineren Waldbesitzenden eine professionelle und proaktive Waldbewirtschaftung zur Sicherung der Ökosystemleistungen, bündeln den Holzabsatz und stärken die Wertschöpfung im ländlichen Raum. „Diese Arbeit verdient eine wirksame und verlässliche Unterstützung durch Politik und Gesellschaft“, betonte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter, Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, zum Auftakt des zweitägigen Kongresses. Dieser fand zum sechsten Mal in Berlin statt und wurde in bewährter Form vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gemeinsam mit der AGDW ausgerichtet.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Martina Englhardt-Kopf, erklärte in ihrer Rede: „Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse ermöglichen, was alleine schwerfällt – von gemeinsamer Holzvermarktung über Information bis hin zum Einsatz von Maschinen. Mit ihrem Engagement für den Wald sowie für Arbeit und Einkommen in den ländlichen Regionen stiften die Zusammenschlüsse Identität. Sie sind ein starkes Stück Heimat. Die Auswirkungen der aktuellen Dürre machen deutlich: Wir brauchen eine Forstwirtschaft, die besser an den Klimawandel angepasst ist und gleichzeitig leistungs- und wettbewerbsfähig bleibt. Dabei unterstützen wir Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie Forstleute weiterhin, etwa mit der GAK-Förderung von Waldumbau, Wiederaufforstung und Jungbestandspflege sowie konsequentem Bürokratieabbau. Im Rekordtempo haben wir Erleichterungen erreicht: Bei der EUDR konnten wir entscheidende Vereinfachungen für die gesamte Wertschöpfungskette Holz durchsetzen. Wir setzen uns für eine praxistaugliche und bürokratiearme Umsetzung ein.“

Konkreter Handlungsbedarf
Nach einem in vielen Regionen für die Wälder viel zu trockenen Sommer ergeben sich für die bundesweit mehr als 1.500 Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse in diesem Herbst nicht nur Herausforderungen durch die Auswirkungen des Klimawandels. Mit dem zum Jahresende bevorstehenden Gültigkeitsbeginn der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Produkten stehen der Forstwirtschaft neue EU-Vorgaben ins Haus – obwohl Deutschland erwiesenermaßen entwaldungsfrei ist. AGDW-Präsident Bitter dankte dem Bundeslandwirtschaftsministerium für die in Brüssel durch den Einsatz Deutschlands erreichten praxisnahen EUDR-Anpassungen und machte gleichzeitig deutlich: „Die auf EU-Ebene erreichten Erleichterungen müssen nun in Deutschland verlässlich gesetzlich verankert werden.“

Nur so könne die notwendige Planungssicherheit gerade auch für die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse geschaffen werden. Mit Blick auf die umstrittene EU-Wiederherstellungsverordnung mahnte der AGDW-Präsident ebenfalls zu einer konsequenten Ausrichtung an den praktischen Erfordernissen von Waldbewirtschaftung und Waldumbau. Daran fehle es in der WVO mit ihrer rückwärtsgewandten Orientierung an historischen Lebensraumtypen.

Stärken der FWZ bei EUDR-Umsetzung nutzen
Die sich aus veränderten Rahmenbedingungen ergebenden aktuellen und künftigen Aufgaben für die FWZ wurden auf dem BUKO mit Fachleuten aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Medien im Plenum ebenso wie in Fachforen diskutiert. Andreas Täger, Sprecher des Initiativkreises Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (IK), hob die besondere Bedeutung der FWZ für den Kleinprivatwald hervor. „Wo einzelne Waldbesitzer an Grenzen stoßen, bündeln die Zusammenschlüsse Kräfte, stellen Know-how bereit und bieten tragfähige Lösungen für die Waldbesitzenden an, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen in Politik und Märkten stimmen“, unterstrich Täger mit Blick auf den Stellenwert der FWZ.

„Diese Stärken müssen auch nach der EUDR-Umsetzung zum Zuge kommen können“, so Täger mit Blick auf die gesetzlich zu schaffenden Festlegungen für Forstbetriebsgemeinschaften. Bei gesetzlicher Absicherung der EU-Erleichterungen können die Forstbetriebsgemeinschaften ihre Mitglieder von bürokratischen Pflichten entlasten und das EU-IT-System vor einer Datenflut bewahren.

AGDW-Präsident Bitter resümierte: „Für stabile und leistungsfähige Wälder ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung entscheidend.“ Gefährdet werde diese allerdings, wenn nicht nachvollziehbare Regulierungen die Waldbesitzenden verunsicherten. „Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels, des wachsenden Bedarfs an heimischem Holz als erneuerbarem Rohstoff und neuer europäischer Vorgaben kommt es darauf an, die durch FWZ geprägten Strukturen zu stärken. Denn für einen weiterhin erfolgreichen Waldumbau mit dem Ziel der Klimaanpassung und der Sicherung der regionalen Wertschöpfung führt an den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen kein Weg vorbei“, so der AGDW-Präsident.

Foto (v. li.): Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Peter Felser, Isabel Mackensen-Geis, Hermann Färber, Artur Auernhammer, Marcel Bauer, Niklas Wagener und AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter.