Mit alternativen Baumarten den Wald für die Zukunft wappnen

Nach einer pandemiebedingt langen Pause konnten wir Mitte Oktober wieder mit einer ersten Veranstaltung in die Verbandsarbeit starten. Mit 23 TeilnehmerInnen an der waldbaulichen Exkursion am Vormittag und einem forstfachlichen Vortrag am Nachmittag war dies auch ein gelungener Neustart. Die TeilnehmerInnen kamen vorwiegend aus den nord- und mitteldeutschen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt und brachten die unterschiedlichsten Hintergründe, Wissensstände und Erfahrungen mit.

Die waldbauliche Besichtigung fand im Wald der Familie Weinauge in Mecklenburg-Vorpommern statt. In diesem erfolgt seit nunmehr 13 Jahren eine aktive Umwandlung vom Altersklassenwald hin zum Dauerwald. Mit angepassten Wildbeständen, individueller Bestandsbetreuung und dem richtigen Maß an Licht entstehen hier vielschichtige Waldbilder. Neben der starken natürlichen Verjüngung, zu der unter anderem auch die Weißtanne eindrucksvoll zählt, setzt die Familie Weinauge auf alternative Baumarten, um den Wald für die Zukunft zu wappnen. Orientalische Buche, kalabrische Weißtanne, kaukasische Flügelnuss, Troja-Tanne, Tulpenbau oder orientalische Fichte seien nur beispielhaft erwähnt.

Es war sehr beeindruckend und super organisiert. Auch vermag ich die Traubenkirsche jetzt zum Teil als nützlich statt als Unkraut anzusehen“, sagte Christian Burkhard, Mitglied der Jungen Waldeigentümer und Waldbesitzer des Jahres 2020.

Zahlreiche Diskussionen während der Waldbegehung zum Umgang mit unseren Wäldern und zum Umbau gefährdeter Waldtypen wurden im anschließenden Vortrag mit Dierk Meyer vertieft. Als Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Morizaner in unmittelbarer Nähe der Müritz konnte er uns einen guten Überblick und Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten der Überführung in stabile Bestände geben und diese mit Zahlen hinterlegen. Besonders eindrucksvoll waren dabei auch die Beispiele, wie aus kahlen Kiefernwäldern in Brandenburg bunte und verjüngte Bestände entstehen können, ohne dass es der Pflanzung oder des Zaunbaus bedarf.

Rundum konnte so jeder Teilnehmer eine Vielzahl an neuen Ideen und Inspirationen für sich und seine Wälder mitnehmen. Und auch für uns als Organisatoren war es eine Freude, eine so motivierte und interessierte Gruppe begrüßen zu dürfen. Eine Wiederholung ist – sobald es die Corona-Lage zulässt – natürlich geplant.

Unser Dank gilt der Familie Weinauge für die Einladung und Begleitung durch einen ungemein spannenden Wald und natürlich Dierk Meyer für die eingebrachte Mühe und Zeit am Samstagnachmittag.

Moritz v. Loe, Rudolf Deuter und Moritz Raben