Bodenschutzkalkung und ihre Förderung im Privatwald
Ein Beitrag des AGDW-Kooperationspartners Kalkverband Agrar
Bodenversauerung – Warum die Stabilisierung der Waldböden jetzt entscheidend ist.
Der aktive Umbau unserer Wälder zu klimastabilen Waldsystemen mit resilienten Baumarten und Zusammensetzungen ist bereits gelebte Praxis. Für gesunde Wälder sind vitale Böden von großer Bedeutung und Grundlage für eine langfristige Umsetzung von Maßnahmen.
Noch immer sind viele Waldböden in Deutschland durch jahrzehntelange Versauerung beeinflusst und dadurch sensibler gegenüber klimatischen Veränderungen. Der immer schneller voranschreitende Klimawandel und die damit einhergehenden Trockenperioden sind ein starker Stressfaktor für unsere Wälder. Hitze, Starkregen und Schädlingsdruck treffen vorgeschädigte Böden besonders stark, weil ihre Wasser- und Nährstoffpufferung eingeschränkt ist. Ein gesunder Boden ist damit die Voraussetzung für stabile, resiliente Wälder, für klimawirksame Kohlenstoffspeicherung und für den Umbau zu artenreichen Misch- und Laubwäldern. Gleichzeitig ist der Boden elementare Stellschraube für das Pflanzenwachstum, die
Humusstabilität und schlussendlich auch die Biodiversität.
Daher kommt der Bodenschutzkalkung insbesondere auf den stark versauerten Standorten eine sehr hohe Bedeutung zu, um die Wälder vital und lebensfähig zu erhalten.
Bodenschutzkalkung als zentrale Maßnahme für Boden- und Waldgesundheit
Die Bodenschutzkalkung (Waldkalkung) in deutschen Wäldern wird seit mehr als 40 Jahren erfolgreich durchgeführt und gefördert. Die Bodenschutzkalkung unterstützt die Stabilisierungversauerter Waldböden, indem sie Nährstoffauswaschungen stoppt und die Wurzelentwicklung
fördert. Besonders bei Nadelwäldern kompensiert sie die Versauerung und hilft dabei, die Vitalität der Bäume zu erhalten. Da sie als Maßnahme zur Wiederherstellung der ökologischen Bodenfunktionen gilt und nicht der Ertragssteigerung dient, ist sie in vielen Bundesländern für Privatwaldbesitzer hochgradig förderfähig.
Sie stärkt Resilienz und Wachstum der Bestände, verbessert Wasser- und Nährstoffhaushalt, ermöglicht die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder und leistet einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Bindung. Viele langjährige Versuche und die Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung haben gezeigt, dass die Waldkalkung ein bewährtes und effizientes Mittel gegen Bodenversauerungen ist und somit die Wälder nachhaltig stabilisiert.
Ein gesunder Boden ist die Voraussetzung für einen gesunden Wald – und die
Bodenschutzkalkung leistet einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg dorthin.
Förderung der Bodenschutzkalkung: Stand der Umsetzung
Die Förderung der Waldkalkung ist länderspezifisch. In mehreren Bundesländern gibt es eine Förderung von 100 %, insbesondere für Kleinprivatwaldbesitzer. In Rheinland-Pfalz umfasst die Förderung beispielsweise auch die Mehrwertsteuer für Waldbesitzende bis zu einer gewissen Fläche. In Baden-Württemberg wird ebenfalls erwogen, die Mehrwertsteuer in die Förderung einzubeziehen, damit insbesondere im Kleinprivatwald mehr Waldkalkungsmaßnahmen realisiert werden können.
Ziel sollte es sein, vor allem für Klein- und Kleinstwaldbesitzende eine Vollfinanzierung der Bodenschutzkalkung zu ermöglichen. Dies soll auch die Nebenkosten und Mehrwertsteuer betreffen. Nur so ist es auch in kleinstrukturierten Gebieten möglich, eine flächendeckende Maßnahme umzusetzen.
Informationen zu Fördermöglichkeiten unter:
www.waldkalkung.com/fuerwaldbesitzer/foerdermoeglichkeiten-und-richtlinien/
