Die AGDW – Die Waldeigentümer hat einen 12-Punkte-Maßnahmenplan für den Wald veröffentlicht. In diesem Papier benennt der Bundesverband unabhängig von finanziellen Förderungen strukturelle forstpolitische Defizite, kurzfristige Maßnahmen sowie notwendige strategische Veränderungen für den Wald und seine Eigentümer.

Die Corona-Pandemie wird Deutschland und Europa verändern. Die Politik ist daher gut beraten, den Blick für das Cluster Forst & Holz und damit für den Klimaschutz sowie für dringend notwendige konjunkturelle Maßnahmen zu schärfen.

Im Zusammenhang mit den Hilfsmaßnahmen von Europäischer Union, von Bund und Ländern zur Bewältigung der Corona-Pandemie wird immer wieder auf die Systemrelevanz verschiedener Bereiche der Wirtschaft verwiesen. Der Wald aber ist weit mehr als systemrelevant. Er ist Klimaschützer und sichert unsere Lebensgrundlage. Ohne unsere Wälder verändern sich die Lebensbedingungen auch in Deutschland: Schließlich produziert der Wald Sauerstoff, er sorgt für sauberes Trinkwasser, entzieht der Atmosphäre Kohlendioxyd und speichert den darin enthalten Kohlenstoff. Der Wald ist Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, er ist Erholungsort, er schützt vor Lärm und Bodenerosion.

Unsere Wälder erleben zurzeit eine Katastrophe. Sie sind in den vergangenen beiden Jahren 2018 und 2019 durch Stürme, Dürren, Schädlingsbefall und Waldbrände schwer geschädigt worden. Die Waldeigentümer erleben derzeit das dritte Dürrejahr in Folge.

Die Kette von Wetterextremen macht deutlich, wie verletzlich dieses Ökosystem ist, und wie sehr es auf die nachhaltige Arbeit der Waldbewirtschafter ankommt, wenn die Wälder erhalten werden sollen.

Ein klimaneutrales Europa, nach Vorstellungen des „Green Deals“, wird nur mit einem intakten Cluster Forst & Holz gelingen. Der Wald ist ein wesentlicher und unverzichtbarer Teil der Lösung, und die Branche ist schon jetzt ein vorbildliches Beispiel für eine nachhaltige Wertschöpfung.

Die Bundesregierung hat dies erkannt und im Jahr 2019 zusammen mit den Ländern rund 800 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Leider können wir derzeit keine Entwarnung geben. Denn immer mehr Forstbetrieben fehlt die Liquidität für den Eigenanteil und die Vorfinanzierung. Diese ist zwingend notwendig, damit sie Waldschutz und Wiederaufforstung bezahlen und ihrer gesetzlichen Pflicht, den Wald zu erhalten, nachkommen können.

Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie erhebliche Auswirkungen auf die Märkte des Clusters Forst & Holz. Die Nachfrage in der Möbel- und Verpackungsindustrie sowie im Bausektor ist erheblich zurückgegangen. Grenzschließungen und Einschränkungen in Transport und Logistik tragen ihren Teil zur Marktstörung bei. Es ist eine Wirtschaftskrise zu erwarten, die auch das nachhaltige Cluster Forst & Holz erheblich treffen wird.

Die deutschen Wälder mit ihren vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen sind in höchster Gefahr!

Lesen sie den 12-Punkte-Maßnahmenplan für den Wald.