Kosteneffiziente Energiewende durch Pläne der Bundesregierung gefährdet

Die Bundesnetzagentur hat heute die Ergebnisse der jüngsten Auktion für Windenergie an Land-Projekte bekanntgegeben. Demnach ergibt sich für die August-Auktion ein mittlerer Zuschlagswert von 4,79 Cent pro Kilowattstunde (kWh), das waren 0,27 Cent weniger als im Mai 2026. Damit setzt sich der Rückgang der Zuschlagswerte der vergangenen Auktionen fort. Der Zuschlagswert im Februar 2024 lag mit 7,34 Cent/kwh rund 53 Prozent über dem Wert von August 2026.

 Das Auktionsergebnis zeigt aus Sicht des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, wie effizient marktwirtschaftliche Instrumente wirken, um eine kostengünstige Erzeugung von Windstrom an Land unter dynamischen Rahmenbedingungen zu sichern. Diese gesamtgesellschaftlich erfreuliche Entwicklung darf nicht durch neue staatliche Vorgaben in Form eines Pachtdeckels gefährdet werden. „Grundstücksentgelte für die Nutzung der Standorte werden frei ausgehandelt. Dieser wichtige Eckpfeiler einer erfolgreichen Energiewende wird mit dem von der Bundesregierung geplanten Pachtdeckel und den einhergehenden Eingriffen in die Vertragsfreiheit bedroht“, kritisiert AGDW-Präsident Prof Andreas Bitter. Zahllose Projekte wären mit der Einführung eines Pachtdeckels gefährdet, da eine derartige Kappung dem Wert und der Nutzung der Flächen nicht gerecht werde. „Gleichzeitig würde ein Pachtdeckel den Grundstückseigentümern und Projektverantwortlichen zusätzliche Lasten auferlegen und das Flächenangebot mindern. Die Ausbauziele der Bundesregierung für die erneuerbaren Energien und den Klimaschutz wären unter solchen Voraussetzungen in Frage gestellt“, warnt Bitter.

Für Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer bildet die Verpachtung von Flächen zur Stromproduktion je nach Standort eine wichtige Erlösoption, gerade auch vor dem Hintergrund der für Wiederaufforstung und Waldumbau benötigten Mittel. Im vergangenen Jahr trug die Stromproduktion auf Forstflächen in Deutschland bereits rund 10 Millionen Tonnen CO2-Äq. an Treibhausgasvermeidung zur deutschen Klimaschutzbilanz bei. „Der Ertrag erneuerbarer Energien über den Wipfeln leistet essenzielle Beiträge für die Energiewende ebenso wie für die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Ein Pachtdeckel droht hingegen die bisherige Entwicklung abzuwürgen“, warnt der AGDW-Präsident.