Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute die Ergebnisse der Waldzustandserhebung vorgestellt. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, Prof. Andreas Bitter:

„Die Wälder in Deutschland leiden weiterhin stark unter den Folgen des Klimawandels. Auf das Jahr 2024 als wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen folgte 2025 erneut ein sehr warmes und zugleich niederschlagsarmes Jahr. Die schwierigen Witterungsbedingungen hinterließen ihre Spuren im Wald. Exemplarisch zeigt sich dies an der Kiefer, der Baumart mit dem höchsten Flächenanteil im deutschen Wald. Bei ihr stieg der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung laut Waldzustandserhebung im Bundesmittel gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozentpunkte auf 31 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit 1991. Große Sorgen bereiten allerdings auch die Laubbaumarten. So verharrt der Anteil der Eichen mit deutlicher Kronenverlichtung bei 51 Prozent und damit auf sehr hohem Niveau. Bei der Buche verringerte sich dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkt auf 38 Prozent. Allerdings sind bei dieser am stärksten in Deutschland verbreiteten Laubbaumart immer wieder erhebliche Schwankungen im Jahresvergleich registriert worden. Zu berücksichtigen ist auch der in Abhängigkeit von den jeweiligen Standortbedingungen teils sehr unterschiedliche Zustand der Wälder in den Landesteilen“, so Bitter.

Dynamische Entwicklung ermöglichen
„Insgesamt machen die Folgen von Extremereignissen wie Trockenheit und Dürre unseren Wäldern weiterhin stark zu schaffen. Die Waldbesitzer reagieren auf die Auswirkungen des Klimawandels, indem sie die Wälder konsequent umbauen, so mit standortgerechten Baumarten. Damit das Mehrgenerationenprojekt Waldumbau langfristig gelingt, benötigen die Waldbesitzenden dafür verlässliche politische Rahmenbedingungen, mit denen sie vor Ort in ihren Regionen flexibel auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Genau dies gefährdet die EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) mit ihrer auf historische Leitbilder fixierten Orientierung auf Lebensraumtypen. Wälder lassen sich unter den Bedingungen des Klimawandels nicht konservieren wie ein Freilichtmuseum. Wer gesunde und stabile Waldökosysteme fördern will, muss ihre dynamische Weiterentwicklung ermöglichen, statt sie behindern. Daher muss die W-VO dringend grundlegend überarbeitet werden“, betont Bitter.