Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung hat heute die Wahl der Gemeinen Esche zum Baum des Jahres 2027 bekanntgegeben. Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer begrüßt die Entscheidung für eine Baumart, die in Deutschlands Wäldern einst weit verbreitet war, deren Bestände aber durch eine als Eschentriebsterben bekannte Pilzerkrankung stark zurückgegangen sind. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass ein Teil der heimischen Eschenpopulation eine natürliche Toleranz gegenüber dem Schaderreger besitzt. „Die Forschungsergebnisse geben berechtigten Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Esche als wichtige Laubbaumart in unseren Wäldern behaupten und weiterhin eine forstwirtschaftlich relevante Rolle spielen kann“, erklärt AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter.

Viel versprechende Eigenschaften im Klimawandel
Mit der Entscheidung für die Gemeine Esche ist die Wahl auf eine Baumart gefallen, die für den klimaresilienten Waldumbau erhebliches Potenzial besitzt, sofern die Auswirkungen des Eschentriebsterbens begrenzt werden können. Denn der Baum des Jahres 2027 kommt mit den infolge des Klimawandels steigenden Temperaturen relativ gut zurecht und zeichnet sich mit seinem tief greifenden Wurzelwerk durch eine recht hohe Trockentoleranz aus. „Gerade wenn die Buche aufgrund von Trockenschäden zukünftig verstärkt ausfallen sollte, könnte die Esche mit ihrer hohen Wuchsleistung und ihrer sehr guten Holzqualität künftig wieder an Bedeutung gewinnen“, erklärt Bitter.

Attraktive Holzeigenschaften
Das feste und zugleich elastische Holz der Esche findet unter anderem für Fußböden, Treppen, Möbel und Werkzeugstiele Verwendung. Mit ihren ökologischen und ökonomischen Eigenschaften ist die Esche eine potenziell wichtige Mischbaumart für klimastabile Wälder mit standortgerechten Baumarten. „Gleichzeitig zeigt das Eschentriebsterben exemplarisch, vor welch immensen Herausforderungen die langfristige waldbauliche Planung hinsichtlich einzelner Baumarten steht“, stellt Bitter fest. Bedingt durch die Auswirkungen des Schaderregers ist die Verbreitung der Esche deutlich zurückgegangen, laut Bundeswaldinventur zwischen 2012 und 2022 bundesweit von knapp 260.000 Hektar auf rund 200.000 Hektar.

Forschungsförderung mit hohem Stellenwert
Forschende konnten nachweisen, dass ein kleiner Teil der heimischen Eschenpopulation eine natürliche Resistenz oder hohe Toleranz gegenüber dem aus Ostasien stammenden Pilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) besitzt, der das Eschentriebsterben auslöst. Diese sogenannten Plusbäume könnten dazu beitragen, die Eschenbestände langfristig zu stabilisieren. „Die Erkenntnisse zum Eschentriebsterben zeigen, wie wichtig angewandte forstliche Forschung für die Zukunft unserer Wälder ist. Damit solche Fortschritte möglich bleiben, ist eine verlässliche, langfristig ausgelegte Forschungsförderung entscheidend“, betont Bitter.

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