Mit der neuen Vegetationsperiode und steigenden Temperaturen gewinnt das Wachstum der Bäume und damit auch der Holzzuwachs als maßgeblicher Klimaschutzeffekt des Waldes wieder an Dynamik. Im vergangenen Jahr summierte sich die Klimaschutzwirkung von Wald und Holz auf rund 94 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente (Mio. t CO2-Äq.).

Die CO₂-Senkenleistung des Waldes und der Holzproduktespeicher werden vom Umweltbundesamt für 2025 auf 19 Mio. t CO₂-Äq. bzw. 2 Mio. t CO₂-Äq. beziffert. Der Klimaschutzbeitrag von Wald und Holz ist damit 2025 gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen. Dies war vor allem auf die sich erholende Senkenleistung des Waldes im Zuge günstiger Witterungsbedingungen zurückzuführen. Höhere Klimaschutzeffekte konnten auch durch die Nutzung der Holzenergie verzeichnet werden. So steuerte im Jahr 2025 die Holzenergie den größten Klimaschutzbeitrag zur Strom- und Wärmeerzeugung mit einer Emissionsvermeidung von 35 Mio. t CO2-Äq. bei. Weitere rund 10 Mio. t CO2-Äq. an Klimaschutzleistung erreichte die Erzeugung von Windstrom über den Wäldern. Durch den Ersatz energieintensiver Materialien wie Stahl oder Beton werden pro Jahr rund 28 Millionen Tonnen CO₂ an klimaschädlichen Emissionen vermieden (Substitutionseffekt).

Kombination der Klimaschutz-Komponenten
„Der addierte Klimaschutzeffekt der gesamten Wertschöpfungskette Wald und Holz ist so beträchtlich, dass er im vergangenen Jahr etwa die Emissionen des Verarbeitenden Gewerbes und der Bauindustrie von insgesamt 98 Mio. t CO₂-Äq. aufwog. Das macht deutlich: Die Wälder und ihre nachhaltige Bewirtschaftung leisten für den Klimaschutz einen erheblichen Beitrag, ohne den die Klimaschutzziele Deutschlands in weite Ferne rücken würden“, erklärt AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter. Es sei die Kombination der Klimaschutz-Komponenten von Wald und Holz, welche diesen Beitrag so wertvoll mache.

Exemplarisch zieht Bitter dafür die Holzenergie heran: „Der Klimaschutzbeitrag der Holzenergie ist deshalb so groß, weil er sich aus verschiedenen Quellen speist: Dazu gehört zum einen die Verwendung von Altholz, das den Holzproduktespeicher verlässt. Zum anderen zählt dazu das Waldrestholz, das im Zuge von Durchforstungen anfällt. Für Sägewerke ist es nicht interessant, als Energieholz aber ein wertvoller Wärmeträger“, erläutert Bitter. Die Waldpflege wiederum schafft die Voraussetzungen dafür, dass der Wald auch künftig als Klimasenke fungieren kann. „Denn erst durch die nachhaltige Bewirtschaftung, zu der auch das Einbringen klimaresilienter Baumarten in die Bestände gehört, wappnen wir die Wälder für die Folgen des Klimawandels“, erklärt der AGDW-Präsident.

Versorgungssicherheit angesichts geopolitischer Krisen gewährleisten
Neben den waldbaulichen gibt es entscheidende versorgungspolitische Gründe, auch künftig auf Deutschlands wichtigsten nachwachsenden Rohstoff zu setzen. „Angesichts der gegenwärtigen geopolitischen Krisen und ihrer Folgen für Mitteleuropa ist Deutschland gut beraten, das Potenzial von Holz als heimischem Rohstoff Nummer eins für die stoffliche und energetische Nutzung nicht brach liegen zu lassen“, mahnt Bitter. „Damit Wald und Holz weiterhin deutlich positive Beiträge zur deutschen Klimabilanz erbringen können, bedarf es sachgerechter Weichenstellungen, sowohl forst- wie auch klimapolitisch“, betont der AGDW-Präsident. Dazu gehöre unter anderem, die Holzenergie im Spektrum der erneuerbaren Energien weiterhin gleichberechtigt zu berücksichtigen. Dies müsse sich in förderpolitischen Anreizen für den klimafreundlichen Energieträger aus dem Wald ebenso widerspiegeln wie in zielführenden umweltpolitischen Rahmenbedingungen für die nachhaltige Waldbewirtschaftung.