Wie sieht die Zukunft des Waldes angesichts von Trockenheit, Hitze, Starkregen und Waldbränden aus? Dieser Frage widmete sich das diesjährige Praxisseminar zu Wald und Forstwirtschaft am 1. und 2. Oktober am Forstlichen Bildungszentrum NRW in Arnsberg. Im Mittelpunkt standen die Folgen des Klimawandels für den Wald, Möglichkeiten der Klimaanpassung und die praktische Umsetzung eines klimastabilen Waldumbaus.

Tag 1 – Klimawandel, Waldumbau und Jungbestandspflege

Zum Auftakt ging es um die politischen und praktischen Herausforderungen, vor denen der Privatwald im Klimawandel steht. In einer Gesprächsrunde mit Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, wurde diskutiert, welche forstpolitischen Gesetzgebungsverfahren den Waldumbau stärken oder erschweren können. Damit wurde unmittelbar die Verbindung zwischen politischen Entscheidungen und den konkreten Anforderungen der Waldbewirtschaftung hergestellt.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden Einblick in das Forstlichen Bildungszentrum NRW und die aktuellen Herausforderungen mit Blick auf die großflächigen Kalamitäten und den aktiven Waldumbau. Nach einer Einführung in die Klimaheld Wald Ausstellung und einer Kaffeepause ging es mit wetterfester Kleidung in den Wald. Dort standen die Jungbestandspflege und die Frage im Mittelpunkt, wie klimastabile Zukunftswälder entwickelt werden können. Waldbauliche Grundlagen wurden dabei direkt mit geeigneten Arbeitsverfahren verbunden und vor Ort anschaulich vermittelt.

Tag 2 – Moderne Technik und Rohstoff Holz

Der zweite Seminartag begann mit einer Einführung in die hochmechanisierte Waldpflege. Am Forstlichen Bildungszentrum erhielten die Teilnehmenden zunächst Informationen zu modernen Ausibildungsberufen und -abläufe. An den Harvestersimulatoren gab es praktische Einblicke in die Forstmaschinentechnik. Anschließend führte der Weg in den Privatwald zu einer Forstbetriebsgemeinschaft. Bei einer Vorführung zur hochmechanisierten Waldpflege konnten die Teilnehmenden moderne Forsttechnik unmittelbar im Einsatz erleben und die zuvor vermittelten Inhalte mit der Praxis vor Ort verknüpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Rohstoff Holz. Dabei ging es um Veränderungen bei den verfügbaren Holzsortimenten und um unterschiedliche Möglichkeiten der Holzverwendung. Eine Demonstration mit einem mobilen Sägewerk zeigte anschaulich, wie Holz vor Ort weiterverarbeitet und für verschiedene Verwendungszwecke nutzbar gemacht werden kann.

Der direkte Austausch mit Waldbesitzenden aus der Region machte deutlich: Der Wald ist nicht nur besonders stark vom Klimawandel betroffen, sondern zugleich Teil der Lösung – als Hitzeschutz, Erholungsort, Wasserspeicher, CO₂-Senke, Lebensraum und Rohstofflieferant.

Austausch beim gemeinsamen Abendessen

Im Rahmen des Praxisseminars lud die AGDW am Abend Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer aus der Region sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Forst- und Holzwirtschaft zum Austausch ein. Dr. Irene Seling als Gastgeberin und Thomas Wälter, Leiter des Zentrums Wald & Holz NRW, begrüßten rund 25 Gäste. Bei Speis und Trank wurden die Eindrücke des Tages vertieft und weitere zentrale Fragen rund um den Wald der Zukunft erörtert.

Das Praxisseminar verband damit politische Diskussion, forstliches Fachwissen und konkrete Einblicke in die Bewirtschaftung des Waldes – und zeigte, warum die Zukunft des Waldes eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dem engagierten Team von Wald und Holz NRW rund um Thilo Wagner sowie der Landwirtschaftlichen Rentenbank für ihre Unterstützung.

Bildquellen: AGDW / Wald und Holz NRW