AGDW: Holzbau ausweiten – Warnung vor Nutzungsbeschränkungen im Wald
„Ob Eigenheim, Mehrfamilienhaus oder Hochhaus: Der Holzbau auf Basis einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist der Türöffner für klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Stadt und Land.“ Das erklärt Prof. Andreas Bitter, Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich des am Samstag bevorstehenden Welttags der Städte. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Welttag steht dieses Jahr unter dem Motto „Erneuerung der Stadt: Angemessener Wohnraum für alle“.
Der Bausektor ist einer der wichtigsten Abnehmer für Holz aus den nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Deutschland. Bundesweit werden schätzungsweise rund 22 Millionen Kubikmeter Holzhalbwaren pro Jahr im Baubereich eingesetzt. Gleichzeitig besteht noch viel Potenzial für eine weitere Steigerung der Holzverwendung. Zwar ist die sogenannte Holzbauquote, also der Anteil der überwiegend aus Holz geplanten Wohngebäude an allen Genehmigungen, im Jahr 2025 insgesamt auf 24,4 Prozent und damit auf einen neuen Höchststand gestiegen; bei den für den Städtebau besonders wichtigen mehrgeschossigen Bauten erreicht die Holzbauquote allerdings erst rund acht Prozent. „Mit Holz lässt sich schnell, komfortabel und klimaschonend bauen. Das gilt es gerade in den Städten noch stärker zu nutzen. Auch im Gebäudeinnern leistet Holz den maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz: Es speichert den Kohlenstoff, den der Baum während seines Wachstums im Wald durch die Aufnahme von CO₂ aus der Atmosphäre gebunden hat“, erläutert Bitter.
Heimisches Holz sichert die Versorgung
Eine nachhaltige Holzversorgung setzt eine kontinuierliche Pflege und Entwicklung der Wälder voraus. „Durch gezielte Durchforstung und den langfristigen Waldumbau mit standortgerechten Baumarten schaffen die Waldbesitzenden die Voraussetzungen für eine auch künftig gesicherte Holzversorgung“, so Bitter. Für den modernen Holzbau ist insbesondere Nadelholz ein unverzichtbarer Rohstoff. Laubholz leistet ebenfalls wichtige Beiträge, so für den Innenausbau von Gebäuden. Damit heimisches Holz auch langfristig für die Bauwirtschaft in ausreichender Menge zur Verfügung steht, benötigen die Waldeigentümer allerdings die notwendige Gestaltungsfreiheit zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder. „Wer klimafreundliches Bauen und eine ressourcenschonende Stadtentwicklung fördern will, sollte auch die Voraussetzungen für eine langfristig gesicherte Holzversorgung schaffen“, mahnt Bitter.
In Deutschland und in der Europäischen Union gibt es diesbezüglich viel zu tun. Aktuell drohen mit dem Anwendungsbeginn der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Produkten (EUDR) Probleme am Holzmarkt, sofern die in Brüssel auch Dank des Einsatzes der Bundesregierung beschlossenen Erleichterungen in Deutschland nicht praxisnah umgesetzt und gesetzlich abgesichert werden sollten. Ebenfalls auf EU-Recht sind die mittelfristig durch die Wiederherstellungsverordnung (WVO) drohenden Herausforderungen zurückzuführen. „Die Politik ist im gesamtgesellschaftlichen Interesse aufgerufen, die klimaangepasste Waldbewirtschaftung und die Holznutzung zu stärken. Hingegen würden Nutzungseinschränkungen nicht nur die nachhaltige Waldbewirtschaftung, sondern auch die heimische Versorgung mit Deutschlands wichtigstem nachwachsenden Rohstoff gefährden“, warnt der AGDW-Präsident.