Die nachhaltige Waldbewirtschaftung sichert eine breite Palette an Ökosystemleistungen, vom Klimaschutz bis zur Holzproduktion. Diese Vielfalt schafft Mehrwert für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Mit der in Umsetzung befindlichen EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) und ihrem rückwärtsgewandten Leitbild gerät die Bereitstellung dieser Ökosystemleistungen allerdings in Gefahr. Der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE unterstützt daher ideell die vom Verband AGDW – Die Waldeigentümer sowie den Familienbetrieben Land und Forst initiierte Kampagne #LandschafftZukunft!. Die Kampagne wendet sich gegen die W-VO in ihrer aktuellen Form und wirbt für einen Umsetzungsstopp sowie für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung.

Klimaschutz und Rohstoffversorgung sichern
„Waldbesitz und Papierindustrie sind sich einig: Eine effektive und nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Grundlage für eine Vielzahl klimafreundlicher Produkte. Dafür braucht es auch in Zukunft eine gesicherte Rohstoffbasis. Voraussetzung dafür sind hinreichende unternehmerische Gestaltungsfreiheit für Waldbesitzer bei ihren waldbaulichen Zielen und zugleich Planungssicherheit für die Industrie. Nur wirtschaftlich tragfähige, aktiv bewirtschaftete Wälder können Biodiversität, Klimaschutz und Rohstoffversorgung dauerhaft in Einklang bringen“, so Wolfgang Beck, Vorsitzender des Ausschusses Forst & Holz und Vorstandsmitglied von DIE PAPIERINDUSTRIE.

Dynamische Waldentwicklung erforderlich
Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses Forst & Holz von DIE PAPIERINDUSTRIE erläuterte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter die Inhalte der W-VO und die Unzulänglichkeiten der Verordnung. „Der Ansatz der WVO, sich an historischen Lebensraumtypen zu orientieren, geht angesichts der Folgen des Klimawandels und der Standortsdrift an den aktuellen Herausforderungen der Waldentwicklung und Waldbewirtschaftung vorbei“, betonte Bitter. Vielmehr sei eine dynamische Waldentwicklung mit einer möglichst großen Vielfalt klimaangepasster Baumarten voranzutreiben, um die vielfältigen Ökosystemdienstleistungen des Waldes einschließlich der Holzproduktion auch künftig zu gewährleisten. „Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ersetzt konventionelle fossile Ressourcen, von der stofflichen Nutzung bis zur Holzenergie. Diese vielfältigen Verwendungen sichern regionale Wertschöpfung, Klima- und Umweltschutz“, hebt Bitter hervor.

Waldumbau fördern, Bioökonomie voranbringen
Unter der Voraussetzung geeigneter politischer Rahmenbedingungen kann der Wald laut Auffassung der Verbände eine wichtige Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität einnehmen. Gemeinsam sprechen sich Waldbesitz und Papierindustrie dafür aus, den klimaresilienten Waldumbau zu fördern und eine Bioökonomie voranzubringen, in der Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung weiterhin einen wichtigen Baustein für Wohlstand und Wertschöpfung im ländlichen Raum bildet.

„Der Waldbesitz lebt von Ernte und Verkauf – wir von der Weiterverarbeitung. Diese Prozesskette funktioniert nur gemeinsam. Daher sehen auch wir als Papierindustrie die drohenden Eingriffe in die Bewirtschaftung kritisch und fordern einen Stopp der W-VO in ihrer jetzigen Form“, erklärt Wolfgang Beck und warnt vor den Folgen der W-VO für Forstwirtschaft und Steuerzahler. „Erste Schätzungen gehen von jährlichen Kosten in Milliardenhöhe aus. Die Finanzierung der W-VO ist jedoch völlig offen.“